Brandheiße Ausbildung

Durch eine glückliche Fügung und den Kontakt zu einem Kameraden, welcher auch als Heißausbilder in der BSA des Landkreises Höxter in Brakel tätig ist, konnten wir einen Ausbildungsdurchgang für insgesamt acht Kameraden in der Brandsimulationsanlage Höxter organisieren.

Die Vorbereitungen

Nach einer Abstimmung mit den Betreibern der Anlage entschieden wir uns, die Anlage für den 16.04.2011 von 08:30 – 12:30 zu buchen – Standardprogramm bestehend aus:

  • ein Durchgang zur Wärmegewöhnung
  • ein Durchgang Brandbekämpfung
  • ein Durchgang Menschenrettung, anschließend Brandbekämpfung

Wir wählten überwiegend Atemschutzgeräteträger welche noch nie die Gelegenheit hatten eine solche Anlage erleben zu dürfen und füllten mit “erfahreneren” Kameraden auf. Zur Vorbereitung trainierten wir natürlich noch einmal die Basics wie die Türprozedur, Rauchgaskühlung, Durchzündungsblock etc.

Hierbei zeigt sich immer wieder, diese Basics können gar nicht oft genug geübt, trainiert und gedrillt werden – gerade der Seitenkriechgang und Strahlrohrführung sollte ein zentrales Element der Atemschutzgeräteträgerausbildung darstellen. Immer wieder kommt es hierbei zu “Fehlern” die jedoch teils fatale folgen haben können.

Wasserzufuhr ist Pflicht

Das erste mal die Wärme spüren…

Derart vorbereitet traten wir frohen Mutes unsere Reise nach Brakel an. Ankunft, Begrüßung – Sicherheitsbelehrung, der Zeitplan für die “Verwaltungsmodalitäten” ist knapp, aber das wollen wir ja so – mehr Zeit für die Praxis :)

Nach einer weiteren kurzen Einweisung in die Überdruck Atemschutzgeräte vor Ort ging es endlich an die Wärmegewöhnung.

Unsere kleine Achtergruppe wurde in zweigeteilt und mit jeweils vier Mann und einem Ausbilder betraten wir die Anlage zur Gewöhnung an die hohen Temperaturen. Kriechend betraten wir den Brandraum und versammelten uns in dessen Mitte, zogen gemeinsam jeweils einen Handschuh aus, fühlten den Temperaturunterschied von oben nach unten, zogen den Handschuh wieder an, im Anschluss standen wir auf um den Temperaturdurchschlag an der Schutzkleidung zu demonstrieren.

Im Anschluss daran kamen noch einige Strahlrohrübungen, bei denen der Ausbilder zum Beispiel die Wirkung von Wasserdampf sowie die unterschiedlich entstehende Menge bei Verwendung von Voll- und Sprühstrahl.  Zusammenfassend zur Wärmegewöhnung ist zu sagen, dass ich mir eine gasbefeuerte Anlage nicht ganz so warm vorgestellt habe wie es uns die höxteraner Kameraden bieten konnten, kannte ich bis jetzt nur die Feststoffanlage von Feurex in Ingolstadt – erfreulich!

Brandbekämpfung, Wasser drauf und aus!

…so einfach war es dann im ersten Durchgang mit der Brandbekämpfung nicht. Nach einer Türprozedur musste die Anlage auf der oberen eben betreten werden. Im ersten Raum, kein Feuer! Treppe runter – Feuer voraus!

Ausbilderbesprechung

Mit kurzen Sprühstößen – links, mitte, rechts das ganze unter Kontrolle gehalten und näher ran.  Immer und immer wieder Wasserimpulse abgegeben, eine Durchzündung im Keim erstickt, aber das Feuer brennt immer noch. “Das ist eine Küchenzeile!” tönt unser Ausbilder von hinten, aber der Geistesblitz “Fritteusenbrand” will uns nicht kommen. Bis zum Schluss kommen wir nicht drauf den Deckel der Fritteuse zu suchen und den Brand mit diesem zu ersticken.

Frustrierend, aber zeigt wie irrational wir in Stresssituationen doch sind. Unter normalen Umständen, im Unterrichtsraum würden uns die Lösung zu der Lage wie aus der Pistole geschossen kommen.

Nachbesprechung, ein paar Schluck Wasser und weiter gehts zur Übung zwei.

Menschenrettung, jetzt aber…

Bei dieser letzten Übung galt es eine vermisste Person unter Nullsicht zu finden und zu retten, anschließend musste der Brandraum lokalisiert und das Feuer bekämpft werden.

Handarbeit

Dank der umfassenden Ausbildung in der Absuche von Räumen gelang die Rettung der vermissten Person auch fast jedem 2er Trupp recht schnell und ohne größeren Verzug. Im Anschluss galt es die Tür zum Brandraum zu finden – und den Brandraum mittels Türprozedur zu betreten und den Brand im dortigen Raum unter Kontrolle zu bringen.

Konkret fielen in unserer Ausbildung Mängel in der

- Innenbrandbekämpfung

- Strahlrohrführung

- Türprozedur

- Grundfertigkeiten beim Anziehen

auf.  Daher werden wir unsere Standortausbildung auch in diese Bereiche hin weiter ausbauen und optimieren – und sicher auch die BSA in Brakel dabei wieder in Anspruch nehmen.

Insgesamt bleibt festzuhalten das Heißausbildung ein elementarer Bestandteil unserer Ausbildung werden muss, jedoch müssen in der Standortausbildung auch ergänzende Angebote wie Strahlrohrtraining oder das deuten von Rauchschichten etc. angeboten werden.

Unser Dank gilt dem Ausbilderteam des Landkreises Höxter, und natürlich für das Herstellen der nötigen Kontakte.

Artikel übernommen von innenangriff.com