Schwer gehoben

Zusammenspiel von Neigung und Schwerpunkt

…wurde am Mittwoch Abend im Lehrsaal des Sachsenhäuser Feuerwehrhauses zwar nicht, dafür wurden einige Tipps und Tricks im Umgang mit schweren Lasten vermittelt.

Die Kameraden der Sachsenhäuser Feuerwehr konnten einen Vortrag mit Irakli West von Heavy-Rescue-Germany zum Thema „Big Lift“ organisieren. In dem rund zweistündigen Vortrag durch Irakli wurden viele elementare Tipps und Tricks zum Umgang mit Schwerlast- und Unterfahrunfällen gegeben. Vor rund 40 interessierten Zuhörern wurde über die Häufigkeit und die Einsatztaktik, aber auch über Gefahren und den richtigen Geräteeinsatz referiert.

Physik am Modell

Irakli West ist Tätig für Paratech Europe (eine Firma für Rettungsausrüstung), sowie Gründer von Heavy Rescue Germany (www.heavy-rescue.de) und bietet als solcher verschiedene Ausbildungsveranstaltungen zum Thema an.

Seine Qualifikation konnte er bei zahlreichen internationalen Ausbildungen sowie Lehrgängen erwerben, zum Beispiel in den USA, Großbritannien und Skandinavien.

Besonderheiten bei Busüberschlägen

Anhand von vielen Einsatzbildern und Videos wurden häufige Fehler in der Einsatztaktik bei Schwerlastunfällen aufgezeigt und Lösungsvorschläge erarbeitet. Wo liegt die Gefahr wenn Lasten mit einem hydraulischen Spreizgerät angehoben werden? Was sind spezielle Charakteristika von Hochdruck- und Niederdruckhebekissen? Worauf muss man achten wenn man einen Kran zur Einsatzstelle bestellt? Wie schätzt man Gewichte bei der Erkundung richtig ein? Wie verschiebt sich der Schwerpunkt einer Last? Wie müssen Lasten gesichert werden und wie müssen diese stabilisiert werden um beim Heben nicht zu verrutschen und „Kollateralschäden“ anzurichten?

Auf all diese Fragen hatte Irakli Antworten, von den physikalischen Gesetzmäßigkeiten, wie sie bei Unfällen dieser Art vorgegeben sind, konnten sich die Teilnehmer z.b. anhand von Modell LKW überzeugen.

Eines wurde allen Teilnehmern klar: Ein Unfall mit solch schweren Gewichten kommt sehr selten im eigenen Bereich vor, kann jedoch immer Passieren – und diese Wahrscheinlichkeit ist selbst ohne eine eigene Autobahnanbindung nicht gering. Dies war eine zentrale Aussage des Vortrages: „Big Shit happens“ – wir müssen nur lernen damit umzugehen.

Heavy-Rescue

Es gilt besonnen zu handeln denn die Gefahr für die Betroffenen wie auch die Einsatzkräfte ist als sehr hoch einzuschätzen. Wie müssen erste Maßnahmen aussehen, welche Einheiten müssen nachalarmiert werden und wie sieht das vorgehen bis zu deren Eintreffen aus? – Besonders in solch seltenen Lagen keine leicht zu beantwortenden Fragen, doch gerade hier ist souveränes Handeln von größter Wichtigkeit um Leben und Gesundheit von Anderen sowie der eigenen Mannschaft zu schützen und zu retten.

Ziel des Vortrages war es den Teilnehmern einen Einstieg in das Thema „Big Lift“ zu ermöglichen und Möglichkeiten aufzuzeigen solche Lagen auch nur mit einem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug im Erstangriff abzuarbeiten – denn eines steht fest: „Auf den Kran warten“ ist die Option der schlechtesten Wahl wenn es um Menschenleben geht.

Vielen Dank an Ulrich Wolf für die Photos, sowie auch an alle erschienen Gäste unter anderem aus den Feuerwehren: Fritzlar, Diemelstadt-Rhoden, Korbach, Korbach-Goldhausen. Waldeck, Edertal, Wolfhagen, Ippinghausen, Bad Hersfeld und Lotte-Wersen in Nordrhein-Westfalen.

Unser ganz besonderer Dank gilt Irakli West für das ermöglichen des Abends!